Die Brancheninitiative Prozessoptimierung (BiPRO e. V.) hat ein kostenloses Tutorial zur Implementierung der BiPRO-Norm 460 (Elektronische Beantragung bzw. Regististrierung von Versicherungsbestätigungen) herausgegeben.

Ab 1. März 2008 wird das papiergebundene Verfahren zur Versicherungsbestätigung bei Kfz-Zulassungen durch ein elektronisches Verfahren ersetzt. Der Versicherungsnehmer erhält künftig von seinem Versicherer eine siebenstellige Nummer, die so genannte VB-Nummer. Diese Nummer benötigt die zuständige Zulassungsstelle bei der Anmeldung des Fahrzeugs, um das Vorhandensein einer Kfz-Versicherung zu überprüfen. Der Versicherer ist verpflichtet, den Zulassungsbehörden das Bestehen einer Kfz-Versicherung auf elektronischem Weg mitzuteilen.

Hierzu stellt das Versicherungsunternehmen die Daten des Versicherungsnehmers in eine zentrale Datenbank ein. Diese Datenbank wird von der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG (Zentrale Stelle) betrieben. Die Zentrale Stelle erteilt eine VB-Nummer und gibt diese an den Versicherer zurück, der sie an den Versicherungsnehmer übermittelt. Die Zulassungsbehörde greift während der Fahrzeugzulassung auf die Datenbank der zentralen Stelle zu, um das Vorhandensein einer Kfz-Versicherung zu überprüfen. Die VB-Nummer dient hierbei als eindeutiges Selektionskriterium.

Der Vermittler steht beim Verkauf einer Autoversicherung gewöhnlich zwischen Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnehmer. Er wird künftig eine VB-Nummer an Stelle der bisherigen papiergebundenen Versicherungsbestätigung an den Versicherungsnehmer herausgeben. Dazu muss er die Daten des Versicherungsnehmers erfassen (mindestens Name und Anschrift) und an das Versicherungsunternehmen weiterleiten. Der Versicherer leitet die Daten nach Prüfung seinerseits elektronisch an die Zentrale Stelle weiter und erhält von dort die VB-Nummer. Diese VB-Nummer gibt er an den Vermittler zurück. Hierbei handelt es sich um das so genannte Zug-um-Zug-Verfahren.

Der BiPRO e. V. hat mit und für die Deutsche Versicherungswirtschaft den Prozess zwischen Vermittlern und Versicherungsunternehmen zur elektronischen Anfrage einer Versicherungsbestätigungsnummer standardisiert und die Rahmenbedingungen für eine automatische System-zu-System Kommunikation definiert.

Das Vertriebs- oder Bestandsführungssystem eines Versicherungsunternehmens bietet dem Bestands-, Vertriebs- oder Tarifvergleichsystem eines Vermittlers über das Internet einen so genannten eVB-Service an. In Echtzeit werden die Daten aus dem System des Vermittlers in normgerechte BiPRO-Datenstrukturen umgewandelt und in einem Standardverfahren an das Versicherungsunternehmen übertragen. Der Versicherer prüft die Daten, registriert seinerseits den Versicherungsnehmer in der zentralen Datenbank des GDV und gibt die VB-Nummer unmittelbar an das System des Vermittlers zurück. Dieser Vorgang dauert i. d. R. nur etwa ein bis zwei Sekunden.

Der Vorteil: Die Hersteller des Vermittlersystemen brauchen nur noch ein einziges Mal den standardisierten Datenaustausch programmieren. Der Makler kann anschließend schnell und direkt auf alle Versicherer zugreifen, die die BiPRO-konforme Schnittstelle anbieten. Die Versicherer haben den Vorteil, dass sie die Kontrolle über Daten und Prozesse nicht verlieren. Sie können die Daten vor der eigentlichen Registrierung bei der Zentralen Stelle prüfen und anhand der Anfrage weitere internen Prozesse steuern.

Das Tutorial richtet sich an Softwareentwickler in Versicherungsunternehmen, bei Vermittlern und Dienstleistern, die noch Einsteiger in der Welt moderner XML Web Service-Technologien sind und bislang noch keine Erfahrungen bei der Implementierung von BiPRO Normen gemacht haben. Darüber hinaus ist es auch für BiPRO-Anwender von Interesse, die zwar bereits mit der BiPRO Web Service Welt vertraut sind, aber bislang lediglich das Release 1.0 der BiPRO-Normen implementiert haben. Die Implementierung des eVB-Service erfolgt auf Basis des Release 2.0 der BiPRO-Normen.

Das komplette eVB-Norm Package inkl. Tutorial können Sie hier kostenlos downloaden.